Archäologie des Gotthards Teil I

Am Freitag 15.10.2010 wird der Gotthardbasistunnel-Durchbruch stattfinden.

Amsteg Westroehre, von http://www.alptransit.ch

Dies ist eine gewaltige bauliche und logistische Leistung und wir dürfen den Mineuren und ihren Kollegen herzlich gratulieren. Ein Bauwerk wie dieses wird Historiker und Archäologen der Zukunft sicher beschäftigen.

Leider hat aber die Archäologie beim Bau des Tunnels kaum eine Rolle gespielt. Zur Erinnerung an die verlorene Vergangenheit werden hier einige kurze Artikel zum Thema Gotthard erscheinen.

Als erstes ein Zitat von der in augusteischer Zeit schreibende Geograph Strabon über das Reisen in den Alpen und die Erschliessung der Alpen durch die römische Strassenbautechnik:

Denn es ist nicht möglich überall die Natur zu bewältigen, wo der Weg über enorme Felsen und Bergwände führt, die teils über die Strasse emporragen, teils unter ihr abfallen, so dass, auch wenn man nur ein wenig von der Strasse abweicht, man unweigerlich Gefahr läuft, in abgrundtiefe Schluchten zu stürzen. Der Weg ist stellenweise so schmal, dass er sowohl den zu Fuss Gehenden als den Saumtieren, die es nicht gewöhnt sind, Schwindel macht (die einheimischen Saumtiere tragen die Lasten sicher). Dagegen ist also nichts zu machen, ebenso wenig wie gegen die von oben herabrutschenden enormen Eisschichten, die eine ganze Gesellschaft von Reisenden abschneiden und in die Schluchten unterhalb stossen können: es liegen nämlich viele Schichten aufeinander, da der Schnee immer wieder zu Eis gefriert, und die oberen Schichten lösen sich leicht von den tieferen, bevor sie in der Sonne ganz zergehen. (Strabon 4, 6, 6/C 204; nach Radt.)

Dieses Zitat und mehr über der römischen Darstellung der Alpen und den Alpenbewohnern in Rollinger (2005).

Rollinger, R. 2005. Zwischen Faszinosum und Schauder: Die Darstellung von Alpen, Alpenregion und Alpenbewohnern in der Antiken Geographie und Ethnographie. In: Holzner, J. & Walde, E. (eds.) Brüche und Brücken; Kulturtransfer im Alpenraum von der Steinzeit bis zur Gegenwart, Wien: Folio verlag, 48-57.

mhfc

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