Modern Tools

Dieser Beitrag entstand im Rahmen des e-learning Kurs Alpine Archaeology: tools and techniques, Abt. Ur- und Frühgeschichte, UZH.

Differential-GPS

Grundlagen:                                                                                                    Beim GPS Verfahren wird der Abstand eines Empfängers auf der Erde zu mehreren Satelliten ermittelt. Dafür wird die Laufzeit gemessen, die ein konstantes Signal von den Satelliten zum Empfänger hat. Der Zweck dieser Methode ist eine weltweit eindeutige Lokalisierung.

DGPS:                                                                                                                Diese neuere GPS Methode erhöht die Genauigkeit der Messung. Dabei wird mit zwei Empfängern gleichzeitig gearbeitet, mit der Referenzstation und dem sogenannten Rover. Die Referenzstation wird wenn möglich auf einem schon bekannten Punkt aufgestellt. Mit Hilfe der Abweichung der tatsächlichen und der empfangenen Position kann die Laufzeit der Signale und somit die wirkliche Distanz von den Satelliten zum Empfänger sehr genau bestimmt werden.            Diese Differenz wird an den DGPS Empfänger, den Rover übermittelt.                   Je nach Satellitenkonstellation und atmosphärische Einflüssen können so Genauigkeiten von 0.3m – 5m erreicht werden.

Anwendung:                                                                                                      Bei der Prospektion: Funde oder Fundkonzentrationen können genau eingemessen und so einfach wiedergefunden werden. Auch ist schon in der Prospektionsphase das Einmessen des Geländes für spätere 3D-Geländemodelle möglich.                                                                                                                                                Auf der Grabung: Mit Hilfe dieses Systems kann die Grabung in ein lokales Grabungsnetz eingebunden werden. Gegebenenfalls können auch Einzelpunkte (Einzelfunde) eingemessen werden.                                                                                     Luft- /Satellitenbilder: Mit DGPS eingemessene Passpunkte können in Satellitenbilder miteinbezogen werden und erleichtern so die Orientierung. Die Kombination aus Satellitenbildern und DGPS-Daten ermöglicht dann eine detaillierte geomorphologische Interpretation archäologicher Fundplätze und kann der Rekonstruktion von Kultur- und Landschaftsgeschichte eines Ortes dienen.

Probleme/Möglichkeiten:                                                                            Dieses Modern Tool ist stark von den äusseren Gegebenheiten abhängig.           Eine genaue Messung kann nur bei einer günstigen Satellitenkonstellation durchgeführt werden. In den Alpen besteht dabei das Problem darin, dass die Berge rundherum die Sicht auf den Himmel stark reduzieren.                                                                                                                                      Auch ist es schwierig in den Alpen schon vermessene Referenzpunkte für die Referenzstation zu finden.                                                                                                          Die Stärke der Methode liegt im mobilen Rover – Empfänger, der auch in unebenem Gelände, wie den Alpen, gut eingesetzt werden kann.

In der alpinen Archäologie wurde dieses Verfahren beispielsweise beim Forschungsprojekt Rückwege in der Silvretta angewendet. Die verschiedenen Fundstellen im Val Tasna, im Val Urschai und im Fimbertal wurde im Sommer 2010 mit dem DGPS vermessen.

Abb. 1: Silvretta, Referenzstation, 2010.

Abb. 2: Silvretta, Einsatz des mobilen Rover-Empfängers in alpinem Gelände, 2010.

   JF

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