Modern Tools: Augmented Reality in der alpinen Archäologie

Dieser Beitrag entstand im Rahmen des e-learning Kurs Alpine Archaeology: tools and techniques, Abt. Ur- und Frühgeschichte, UZH.

Eine Schwäche bei der Vermittlung der alpinen Archäologie an ein breiteres Publikum liegt in der Besonderheit ihrer natürlichen Umgebung. Die Bedeutung von Petroglyphen im hintersten Winkel eines Tales oder eines eisenzeitlichen Viehpferchs auf über 2000m Höhe lassen sich ohne die dazugehörende alpine Kulisse kaum erfassen. Und auch die Funde unter einem Abri sind ohne den Felsblock und seine Umgebung, die sich ja schlecht in ein Museum transportieren lassen, für den Besucher einer Ausstellung nur halb so eindrücklich. Für ein öffentliches Publikum ist die Fundstelle selbst vielleicht oft das imposanteste an einer alpinen Grabung. Die Vermittlung der Forschungsergebnisse müsste also idealerweise auch vor Ort in den Alpen geschehen können.

Alpine Archaeology - augmented reality on Smartphones

Alpine Archaeology - augmented reality on Smartphones

Vielleicht könnten Smartphone-Anwendungen durch augmented reality hier Abhilfe schaffen. Der Begriff, neuerdings in aller Munde, bezeichnet die computergestützte Erweiterung unserer Wahrnehmung der Realität. Für Smartphones wie das iPhone sind mittlerweile zahlreiche Anwendungen auf dem Markt, die sich der augmented reality bedienen. Über GPS wird der Standort des Benutzers erfasst und Bewegungsmesser und Kompass erkennen die Neigung und den Blickwinkel des Smartphones. So erscheint auf dem Display nicht nur das Bild der Kamera (also der Realität), sondern es können beliebige Daten, Texte, Bilder und Filme direkt über dem Kamerabild angezeigt werden.

Eine mögliche Anwendung in der Zukunft wäre beispielsweise ein archäologischer Wanderführer zu einem Projekt wie Thomas Reitmaiers „Rückwege“ im Silvrettagebirge. Der interessierte Wanderer lädt sich die entsprechende Applikation auf sein Smartphone und folgt der vorgeschlagenen Wanderroute, auf der die archäologisch relevanten Orte als Wegpunkte markiert sind. Wenn er eine solche Stelle erreicht, bietet ihm der Wanderführer diverse multimediale Informationen dazu an.

Mittlerweile sind bereits einige Programme wie 7scenes oder wikitude verfügbar, mit deren Hilfe man relativ leicht eine derartige Wanderroute erstellen und mit Daten ausstatten könnte. Der Aufwand dafür sollte sich also in Grenzen halten, wenn das Material an Bildern, Texten und ähnlichem schon vorhanden ist.

FT

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Eine Antwort zu “Modern Tools: Augmented Reality in der alpinen Archäologie

  1. super beitrag, flo!

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