LIDAR

Dieser Beitrag entstand im Rahmen des e-learning Kurs Alpine Archaeology: tools and technigues, Abt. Ur- und Frühgeschichte, UZH.

LIDAR ist entweder ein Akronym für „Light Detection And Ranging“ oder „Laser Imaging, Detection and Ranging“. Es wurde in den frühen sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt. Das System kombiniert die fokussierte Abbildungsfähigkeit des Lasers mit der Fähigkeit des Radars, Distanzen zu kalkulieren, indem die Zeit bis zur Rückkehr des ausgesandten Signals gemessen wird. LIDAR ist also eine Fernerkundungstechnologie, die Distanzen misst, indem sie ein Ziel mit einem Laser bestrahlt und das reflektierte Licht analysiert. Das LIDAR kann feste Körper nicht durchdringen und wirft somit ein Bild der Strukturen unter der Erde zurück. In der Archäologie kann die Technologie also zur Planung von Ausgrabungen oder der Kartierung von Strukturen unterhalb der sichtbaren Oberfläche verwendet werden. Man kann damit hochauflösende digitale Höhenmodelle von archäologischen Fundstätten herstellen, die ansonsten unsichtbar wären. Ein Bild, wie diese Strukturen nach Auswertung der Daten aussehen können: http://cdn1.spiegel.de/images/image-380484-galleryV9-kjqn.jpg

Als Beispiel der Anwendung von LIDAR in der alpinen Archäologie habe ich den Fundort Strettweg im Bezirk Murtal ausgewählt. Strettweg liegt in einem weiträumigen Alpenbecken auf 737 M.ü.M. Im Jahre 1851 wurde dort ein Opferwagen (datiert auf ca. 600 v.Chr.) in einem Acker gefunden. Mehr als 160 Jahre später machte es eine Kombination aus modernen geophysikalischen Methoden und LIDAR möglich, in dieser Gegend zahlreiche Hügelgräber und die grösste prähistorische Siedlung im Südostalpenraum ausfindig zu machen. In den Jahren 2011 und 2012 wurden die geophysikalischen Untersuchungen mit Georadar und Magnetik durchgeführt und der Fundort des Opferwagens konnte ausfindig gemacht werden. Die Kombination dieser Daten mit den LIDAR-Daten des Landes Steiermark, machte klar, dass am Falkenberg bei Strettweg die grösste prähistorische Siedlung im Südostalpenraum liegt. Im Jahr 2012 wurden an zweien der Hügelgräber Grabungen durchgeführt. Dabei kamen einige Bronzegegenstände zum Vorschein und die Grabung bestätigte die vorherigen geophysikalische Untersuchungen. Der Vorteil des LIDAR ist ganz klar, dass in diesem Fall bereits vor der Grabung ein dreidimensionaler Blick in den Untergrund geworfen werden konnte. So kann ein effizienteres Arbeiten in der Archäologie möglich werden, da anhand der LIDAR-Daten speziell interessante Gebiete schon vor der Öffnung des Bodens ausgewählt werden können. Dies reduziert den Aufwand und die Kosten einer archäologischen Feldgrabung massgeblich. (Die vollständige Analyse der geophysikalischen und LIDAR-Daten findet sich hier: http://gispoint.de/fileadmin/user_upload/paper_gis_open/537533041.pdf)

LR

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s