Modern Tools GIS – Vorteile und Nachteile

Dieser Beitrag entstand im Rahmen des e-learning Kurs Alpine Archaeology: tools and technigues, Abt. Ur- und Frühgeschichte, UZH.

GIS vereinfacht definiert heisst ein Bild verknüpft mit Attributinformationen.

Geoinformationssysteme (GIS) Der Sammelbegriff Geoinformationssysteme (GIS) hat sich als Bezeichnung für allgemein raumbezogene Datenverarbeitungssysteme etabliert. Im Gegensatz zu einfachen Datenbanken machen Geoinformationssysteme stets von der graphischen Datenverarbeitung mit Raumbezug und der Darstellung von ergebnisorientierten Abfragen an die Datenbank unter Formulierung von kausalen Sachzusammenhängen im Untersuchungsraum gebrauch. Diese Verteilung der raumbezogenen Daten geschieht im Internet oder in geschlossenen Intranets im Allgemeinen über eine sogenannte Client-Server Architektur. Dabei stellt ein Anbieter auf einem oder mehreren Computern, sogenannten Servern (=Dienstleister), sein Angebot meist in Form kartographischer Abbildungen aus Datenquellen unterschiedlichster Formate zusammen. Diese können im einfachsten Fall mit einem der gängigen Internet- Browser von Microsoft oder Netscape abgerufen werden. Diese als Internet-Clients (=Kunden) bezeichneten Programme gehören heute zur Grundausstattung eines jeden PC- Betriebssystems. Somit können Informationen, da kein großer Aufwand seitens der Nutzer erforderlich ist, von einer breiten Öffentlichkeit abgerufen werden. Wichtig vor allem ist, dass ein Endanwender, der an seinem Arbeitsplatz mit Hilfe des PC und einem Internet-Anschluss Karteninformationen auswertet, für seine Aufgabe nicht die GIS-Daten benötigt und auch keine spezielle GIS- Software installieren muss.

Vorteile von GIS-Software sind vor allem:

  • Kein Datentransport
  • Keine Datenformatprobleme: Dies betrifft sowohl Datenträger als auch die Formate verschiedener GIS-Software.
  • Garantiert aktuelle Informationen: Wenn ein Web-Mapping-Dienst beim Datenanbieter installiert ist, sind die Karteninformationen für den Endanwender immer aktuell. Es ist kein Daten-Update bei den Anwendern erforderlich.

Nachteile:

  • Die Anwendung von GIS ist sehr anspruchsvoll und bedarf eine intensive Einschulung. Die unterschiedliche Anwendungsbereich der GIS ist sehr komplex. Ein kleiner Fehler bei der Bearbeitung und Orientierung einer Karte kann eine erheblich grosse Falsifikation der Orientierung als Folge haben.Ein einfacheres Bearbeitungssystem ist übersichtlich und somit sind die Fehler auch übersichtlich.
  • Ein Nachteil ergibt sich aus der beschränkten Bandbreite in Internet. Insbesondere für Modem- Anbindungen ist die Performance von Web-GIS- Anwendungen unzureichend. Auf Grund von Standards ist es für den Anwender möglich, unterschiedliche Kartedienste verschiedener Anwender zu nutzen und die Karten erforderlichenfalls wie an einem Lichttisch zu überlagern. Mit einer zu strengen Zentralisierung der Server gehen Vorteile wie Aktualität der Daten und Reduzierung des Administrationsaufwand für die Daten verloren. Die Web-Technologie benötigt keine Zentralisierung. Die Anpassung an veränderte Nutzeranforderungen ist meist nur durch Einfügen zusätzlicher Module in den Mapserver möglich, was Einrichtungs- und Entwicklungsaufwand kostet.
  • Desktop-GIS beschränkt sich meist auf einen einzelnen Nutzer oder ein Team, das bestenfalls auf einen zentral abgelegten Datenbestand zugreifen kann. Arbeitet eines der Mitglieder außerhalb seiner normalen Arbeitsumgebung in räumlicher Entfernung, muss er dafür Sorge tragen, dass auch dieser Arbeitsplatz mit dem richtigen GIS-System ausgestattetist. Sonst erschwert sich die Anpassung der Daten unterschiedlichen Quellen, die vonunterschiedlichen Systemen bearbeitetet worden sind.
  • Die Daten können auch lokal auf den entfernten Rechner gespielt werden, beispielsweise über eine CD. Der Nachteil hier ist, dass diese Daten eventuell nicht mehr aktuell sind im Moment der Bearbeitung, weil ein anderer Mitarbeiter sie bereits weiter editiert hat. Außerdem müssen die bearbeiteten, neu gewonnen Informationen wieder in den zentralen Speicher der Einrichtung zurückkopiert und dort abgelegt werden. Dies stellt auf der einen Seite ein organisatorisches Problem dar, denn die Daten müssen sauber wieder in den zentralen Datenbestand eingegliedert werden, ohne Redundanzen zu erzeugen. Auf der anderen Seite stellt sich auch ein technisches Problem, denn für große Datenmengen müssen entsprechende Netzleistungen bereitstehen. Web-GIS hat hier bessere Vorteile, weil die verarbeitete Daten direkt aktualisiert werden.
  • Aber die andere Frage betrifft den Internetzugang. Jeder Benutzer der Web-GIS benötigt eine Internet-Anschluss. Ohne diesen Internetzugang kann keine Aktualität der Daten garantiert werden. Und ist der Zugang zum Internet auf einer ferngelegenen Grabung in östlichen Teil der „Hemisphäre“ gewährleistet?
  • Der Aufwand und das Vorhandensein an grosse Speicherkapazität für das Speichern der graphischen Daten wie Bilder und weitere Grafiken ist gross. Ohne diese hochentwickelten Technologien kann kein normaler Computer mit einem etwa älteren Betriebssystem die ganze grafischen Daten bearbeiteten und hochrechnen.

Die Anwendung von GIS an sich selber hat eigentlich für die Alpine-Archäologie eine grosse Bedeutung. Mit der Benutzung von GIS können wir jede Positionierung des Befunds und des Funds ersichtlich darstellen unter der Anwendung von Verknüpfung eines Bilds mit Attributinformationen. Somit erleichtern sich die Arbeit der Archäologen und jede weitere Untersuchung der Alpine-Zone kann aufbauend auf der schon markierten Positionen der Befunde durchgeführt werden. Und das durch GIS bereit gestellte Datenprojekt kann als allgemeine Information für eine relevante Region oder Grabung dienen. Fazit: Nach allen diesen aufgelisteten Nachteilen von GIS-Software werde ich in der Zukunft das Programm weiter empfehlen. Weil es eine der guten Modern-Tools ist, das den Archäologen bei ihren Arbeiten sehr hilfsreich ist. Trotzt der Komplexität, des Kapazitätsaufwands und der Kosten des Systems kann GIS sehr gute Resultate erbringen. Es soll erwähnt werden, dass wahrscheinlich in der Zukunft weitere Vereinfachung im Bereich Anwendung und Speicherkapazität des Systems erwünscht ist und das könnte in Erfüllung gehen. „Aber Vorsicht: Pläne mit Punkten, Linien und Zonen sind keine realistische Darstellung vom wirklichen damaligen sozialen, rituelle und wirtschaftliche Leben. Ohne Kontext und Interpretation läuft auch hier wenig! Von einem phenomenologischen Standpunkt aus verhindert der Gebrauch von GIS sogar ein wirkliches Verständnis.“

(RB)

Bibliografie

Reitmaier, T. 2011. Alles besser als Krieg. Zum sinnvollen Einsatz ferngesteuerter Drohnen in Archäologie und Denkmalpflege. Amt für Kultur, Archäologischer Dienst Graubünden. Chur.

Greene, K. 2010. Archaeology: an introduction, London, Routledge.

http://www.staff.ncl.ac.uk/kevin.greene/wintro/chap2.htm#4

http://www.garph.co.uk/IJAREAS/May2013/4.pdf

https://alpinearchaeologie.wordpress.com/2011/02/17/modern-tools-gis-and-total-stations/ http://www.wolkersdorfer.info/publication/bht/torchala_wm25.pdfhttp://ivvgeo.uni- muenster.de/Vorlesung/FE_Script/Bilder/abb4_2_1a.GIF http://www.mygeo.info/skripte/handbuch_polygis/00_vor/001_gis.htm#vektor

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