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Die Alpen; von innen, von aussen

In der AlpinE ArchaeoLogy: tools and techniques Kurs haben wir letzte Woche die Geschichte der alpine Archäologie, und wie alpine Geschichte zu verschiedenen Zeiten verstanden wurde, behandelt. Dabei wurde schnell klar, dass dieses Verständnis der alpinen Geschichte meistens nicht von den Alpenbewohner geprägt oder bestimmt wurde. Die meisten Forscher (aus der Archäologie, oder aus anderen Disziplinen) und Künstler waren «Aussenseiter». Auch das Bild der alpinen Landschaft und deren Bewohnern wurde meist von solchen «Aussenseiter» gemacht/geprägt. Das heisst natürlich aber nicht, dass wir den Alpenbewohnern ein Gefühl für Ästhetik abstreiten dürfen – nur wissen wir wenig darüber.

J. Muheim, Berglandschaft

J. Muheim, Berglandschaft, Historisches Museum Altdorf

Dass es aber auch Ausnahmen gab und gibt, zeigt dieses Bild vom Maler Josias Muheim Junior (geb. 1880; auch J. Muheim Senior war Maler). Geboren in Altdorf und dort auch wohnhaft und tätig, war er aber auch ein Kind seiner Zeit. Sein Stil zeigt, dass er sich durchaus wusste, was in der Welt der Künste passierte: seine Arbeit ist idealistisch-realistisch. Zudem produzierte er einige seiner Werke im Auftrag für König Ludwig II und Königin Victoria.

Joseph Zegler, ein gebürtiger Nidwaldner, war u. a. auch Muheims Lehrer und ein weiteres seltenes Beispiel eines Alpenbewohners, der die Schweizer Landschaftsmalerei seiner Zeit präge. Er hatte lange Zeit ein Atelier an prominentester Lage in Luzern und auch er bekam Aufträge von Königin Victoria. Er lernte u.a. in Paris, aber seine Arbeiten blieben traditionell, sicher auch teils aus wirtschaftliche Gründen.

Waren Muheim und Zegler noch typische Alpenbewohner oder waren sie durch Ausbildung, Erfahrung und Auftraggeber «Aussenseiter» geworden? Und sahen ihren Nachbarn in Nidwalden, Uri und Luzern die Alpen in den sie lebten gleich wie Muheim und Zegler?

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mhfc