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Oral History, Flurnamen und historische Analogien in der alpinen Archäologie, 7

Dieser Beitrag entstand im Rahmen des e-learning Kurs Alpine Archaeology: tools and technigues, Abt. Ur- und Frühgeschichte, UZH.

Flurnamen, Zeitzeugenaussagen und historische Analogien/Beispiele informieren über das, was wir meist nicht finden.

Flurnamen
In Graubünden und Veltlin findet sich der Flurname Padnal sehr häufig. Für die Archäologie ist der Flurname Padnal von höchstem Interesse. Denn er muss als Hinweis für eine Besiedlung gedeutet werden, deren Spuren bis in die prähistorische Zeit zurück zuverfolgen sind. Gemeinsam ist den als Padnal bezeichneten Örtlichkeiten, dass sie in der Landschaft meist in Form eines Hügels oder Plateaus, das nicht von allen Seiten zugänglich war, auftreten. Dies geht einher mit der sprachlichen Bedeutung im Sinne von Wehranlage, Burg, Fluchtburg, befestigter Siedlung. Nach Andrea Schorta gehört Padnal einem vorrömischen, rätischen Sprachsubstrat an. Nebst Padnal finden sich je nach Region die Formen Pedunal, Panal, Pedenal, Parnal u.a.
Bekannt ist die bronzezeitliche Siedlung Savognin Padnal, Oberhalbstein GR, auf der Karte Mot la Cresta, auf 1226 m. Mit Padnal wird heute nicht die eigentliche Fundstelle bezeichnet, sondern die Wiesen, die sich unterhalb des Plateaus befinden. Dies trifft mit grosser Wahrscheinlichkeit auch auf die bronzezeitliche Fundstelle Lisibühl bei Untervaz zu, wo das darunterliegende Geländeplateau mit Padnal bezeichnet wird. Jürg Rageth nimmt bei beiden Fundstellen an, dass sich der Name im Laufe der Zeit verlagert habe, „hinuntergerutscht“ sei. Dies als möglicher Hinweis, dass bei archäologischen Untersuchungen mit Einbezug der Flurnamen auch eine Verlagerung von Flurnamen mitüberdacht werden sollte.

Quellen:
Rageth, Jürg: Die bronzezeitliche Siedlung auf dem Padnal bei Savognin (Oberhalbstein GR). Grabungen 1971 und 1972. Jb. SGUF 59, 1976.
Rageth, Jürg: Anno Domini 2003. Ur- und frühgeschichtliche Funde aus Untervaz, in: Beilage zum Jahresbericht des Burgenverein Untervaz, 2003.
Schorta, Andrea: Rätisches Namenbuch II. Romanica Helvetica 63, 1964, 245.

Analogien
Die volkskundliche Photographie eignet sich ausgzeichnet für Analogien zu prähistorischen Ausgrabungen.
Hier zwei temporäre Wohnküchen mit zentraler Feuerstelle; ohne Rauchabzug, wie sie noch verbreitet auf den Maiensässfraktionen im Veltlin und seinen Seitentälern bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts benützt wurden.

Abb. 1: Photo aus den sechziger Jahren, Fraktion Scilironi, Veltlin.

Abb. 2: Photo aus den sechziger Jahren, Fraktion Postalesio, Veltlin.

Abbildungsverzeichnis:
Pelosi, Mario: Valtellina. Terra e Gente delle Alpi (Sondrio 2004), 91-92.

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Bedrohungs- & Zerstörungsfaktoren in der alpinen Archäologie

Diese Wortwolke ist das Ergebnis einer Übung im Kurs «Alpine Archaeology: tools and technigues». Jeder Student hat eine Liste von Bedrohungen und schon passierten Zerstörungen an Archäologie im alpinen Raum gemacht (basierend auf einer Foto vom Bächenstock, Uri). Die Listen wurden dann kombiniert (und die Wörter angeglichen, sodass es nur einen Begriff zu den einzelnen Bedrohungen gibt) und mit www.wordle.net in eine Wortwolke umgewandelt.

Wordle Bedrohungen alpine ArchäologieDie Farbe ist willkürlich. Die Grösse der Wörter zeigt an wie häufig das Wort in den Listen vorkam. Eine statistische Auswertung der Resultate war nicht das Ziel, aber der Wolke zeichnet Trends auf.

Die Auswertung war auch nicht ganz einfach. Z. B. Erosion ist ein sehr breiter Begriff und engere Begriffe, wie Hangrutsch und Murgang, könnten auch unter Erosion laufen. Hier musste also einfach eine Entscheidungen gemacht werden. Grund dafür: mehrere Studenten nennen beiden Begriffe (z. B. Erosion und Murgang) oder der Charakter der Bedrohungen ist doch unterschiedlich (z. B. Tunnelbau und Strassenbau). Die Studenten haben durchschnittlich 12 Bedrohungen/Zerstörungsursachen aufgelistet (Gesamt 96 Auflistungen; 28 unterschiedliche Bedrohungen).

Ein paar Dinge sind mir aufgefallen. Erstens es ist sehr unterschiedlich wie stark die Studenten die Foto oder ihr/e Wissen/Vermutungen als Inspiration nutzten (der Auftrag war aufzulisten was im Foto sichtbar war! Erdbeben sieht man da sicher nicht…)

Bächenstock, Kt. Uri, Schweiz

Zweitens zeigt die Wolke aber auch, dass die meisten tatsächlichen Bedrohungen von den Studenten erkannt wurden. Was diese Wortwolke aufzeichnet, ist dass infrastrukturelle Bauprojekte, Landwirtschaft und auch der Tourismus als die Hauptbedrohungen wahrgenommen werden. Zum Teil werden auch Bedrohungen aufgelistet die auf den ersten Blick eher harmlos scheinen: Entwässerung, Wanderwege usw.. Klar wird, dass auch die alpinen Regionen Kulturlandschaften sind. Und, dass sie und die Archäologie dort ebenso stark bedroht sind wie im Flachland.

Den ursprünglichen Wordle findest Du hier.

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Geduld, bitte!

Hier wird ab 23. September 2010 der Alpine Archäologie Blog der Abteilung Ur- und Frühgeschichte der Universität Zürich, Schweiz entstehen. Bitte schauen Sie dann nochmals vorbei!

This will be the Alpine Archaeology Blog of the Department of Pre- and Protohistory, Universtity of Zürich, Switzerland. It will be activated on September 23rd 2010. Please, come back for a look then!