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Modern Tools GIS – Vorteile und Nachteile

Dieser Beitrag entstand im Rahmen des e-learning Kurs Alpine Archaeology: tools and technigues, Abt. Ur- und Frühgeschichte, UZH.

GIS vereinfacht definiert heisst ein Bild verknüpft mit Attributinformationen.

Geoinformationssysteme (GIS) Der Sammelbegriff Geoinformationssysteme (GIS) hat sich als Bezeichnung für allgemein raumbezogene Datenverarbeitungssysteme etabliert. Im Gegensatz zu einfachen Datenbanken machen Geoinformationssysteme stets von der graphischen Datenverarbeitung mit Raumbezug und der Darstellung von ergebnisorientierten Abfragen an die Datenbank unter Formulierung von kausalen Sachzusammenhängen im Untersuchungsraum gebrauch. Diese Verteilung der raumbezogenen Daten geschieht im Internet oder in geschlossenen Intranets im Allgemeinen über eine sogenannte Client-Server Architektur. Dabei stellt ein Anbieter auf einem oder mehreren Computern, sogenannten Servern (=Dienstleister), sein Angebot meist in Form kartographischer Abbildungen aus Datenquellen unterschiedlichster Formate zusammen. Diese können im einfachsten Fall mit einem der gängigen Internet- Browser von Microsoft oder Netscape abgerufen werden. Diese als Internet-Clients (=Kunden) bezeichneten Programme gehören heute zur Grundausstattung eines jeden PC- Betriebssystems. Somit können Informationen, da kein großer Aufwand seitens der Nutzer erforderlich ist, von einer breiten Öffentlichkeit abgerufen werden. Wichtig vor allem ist, dass ein Endanwender, der an seinem Arbeitsplatz mit Hilfe des PC und einem Internet-Anschluss Karteninformationen auswertet, für seine Aufgabe nicht die GIS-Daten benötigt und auch keine spezielle GIS- Software installieren muss.

Vorteile von GIS-Software sind vor allem:

  • Kein Datentransport
  • Keine Datenformatprobleme: Dies betrifft sowohl Datenträger als auch die Formate verschiedener GIS-Software.
  • Garantiert aktuelle Informationen: Wenn ein Web-Mapping-Dienst beim Datenanbieter installiert ist, sind die Karteninformationen für den Endanwender immer aktuell. Es ist kein Daten-Update bei den Anwendern erforderlich.

Nachteile:

  • Die Anwendung von GIS ist sehr anspruchsvoll und bedarf eine intensive Einschulung. Die unterschiedliche Anwendungsbereich der GIS ist sehr komplex. Ein kleiner Fehler bei der Bearbeitung und Orientierung einer Karte kann eine erheblich grosse Falsifikation der Orientierung als Folge haben.Ein einfacheres Bearbeitungssystem ist übersichtlich und somit sind die Fehler auch übersichtlich.
  • Ein Nachteil ergibt sich aus der beschränkten Bandbreite in Internet. Insbesondere für Modem- Anbindungen ist die Performance von Web-GIS- Anwendungen unzureichend. Auf Grund von Standards ist es für den Anwender möglich, unterschiedliche Kartedienste verschiedener Anwender zu nutzen und die Karten erforderlichenfalls wie an einem Lichttisch zu überlagern. Mit einer zu strengen Zentralisierung der Server gehen Vorteile wie Aktualität der Daten und Reduzierung des Administrationsaufwand für die Daten verloren. Die Web-Technologie benötigt keine Zentralisierung. Die Anpassung an veränderte Nutzeranforderungen ist meist nur durch Einfügen zusätzlicher Module in den Mapserver möglich, was Einrichtungs- und Entwicklungsaufwand kostet.
  • Desktop-GIS beschränkt sich meist auf einen einzelnen Nutzer oder ein Team, das bestenfalls auf einen zentral abgelegten Datenbestand zugreifen kann. Arbeitet eines der Mitglieder außerhalb seiner normalen Arbeitsumgebung in räumlicher Entfernung, muss er dafür Sorge tragen, dass auch dieser Arbeitsplatz mit dem richtigen GIS-System ausgestattetist. Sonst erschwert sich die Anpassung der Daten unterschiedlichen Quellen, die vonunterschiedlichen Systemen bearbeitetet worden sind.
  • Die Daten können auch lokal auf den entfernten Rechner gespielt werden, beispielsweise über eine CD. Der Nachteil hier ist, dass diese Daten eventuell nicht mehr aktuell sind im Moment der Bearbeitung, weil ein anderer Mitarbeiter sie bereits weiter editiert hat. Außerdem müssen die bearbeiteten, neu gewonnen Informationen wieder in den zentralen Speicher der Einrichtung zurückkopiert und dort abgelegt werden. Dies stellt auf der einen Seite ein organisatorisches Problem dar, denn die Daten müssen sauber wieder in den zentralen Datenbestand eingegliedert werden, ohne Redundanzen zu erzeugen. Auf der anderen Seite stellt sich auch ein technisches Problem, denn für große Datenmengen müssen entsprechende Netzleistungen bereitstehen. Web-GIS hat hier bessere Vorteile, weil die verarbeitete Daten direkt aktualisiert werden.
  • Aber die andere Frage betrifft den Internetzugang. Jeder Benutzer der Web-GIS benötigt eine Internet-Anschluss. Ohne diesen Internetzugang kann keine Aktualität der Daten garantiert werden. Und ist der Zugang zum Internet auf einer ferngelegenen Grabung in östlichen Teil der „Hemisphäre“ gewährleistet?
  • Der Aufwand und das Vorhandensein an grosse Speicherkapazität für das Speichern der graphischen Daten wie Bilder und weitere Grafiken ist gross. Ohne diese hochentwickelten Technologien kann kein normaler Computer mit einem etwa älteren Betriebssystem die ganze grafischen Daten bearbeiteten und hochrechnen.

Die Anwendung von GIS an sich selber hat eigentlich für die Alpine-Archäologie eine grosse Bedeutung. Mit der Benutzung von GIS können wir jede Positionierung des Befunds und des Funds ersichtlich darstellen unter der Anwendung von Verknüpfung eines Bilds mit Attributinformationen. Somit erleichtern sich die Arbeit der Archäologen und jede weitere Untersuchung der Alpine-Zone kann aufbauend auf der schon markierten Positionen der Befunde durchgeführt werden. Und das durch GIS bereit gestellte Datenprojekt kann als allgemeine Information für eine relevante Region oder Grabung dienen. Fazit: Nach allen diesen aufgelisteten Nachteilen von GIS-Software werde ich in der Zukunft das Programm weiter empfehlen. Weil es eine der guten Modern-Tools ist, das den Archäologen bei ihren Arbeiten sehr hilfsreich ist. Trotzt der Komplexität, des Kapazitätsaufwands und der Kosten des Systems kann GIS sehr gute Resultate erbringen. Es soll erwähnt werden, dass wahrscheinlich in der Zukunft weitere Vereinfachung im Bereich Anwendung und Speicherkapazität des Systems erwünscht ist und das könnte in Erfüllung gehen. „Aber Vorsicht: Pläne mit Punkten, Linien und Zonen sind keine realistische Darstellung vom wirklichen damaligen sozialen, rituelle und wirtschaftliche Leben. Ohne Kontext und Interpretation läuft auch hier wenig! Von einem phenomenologischen Standpunkt aus verhindert der Gebrauch von GIS sogar ein wirkliches Verständnis.“

(RB)

Bibliografie

Reitmaier, T. 2011. Alles besser als Krieg. Zum sinnvollen Einsatz ferngesteuerter Drohnen in Archäologie und Denkmalpflege. Amt für Kultur, Archäologischer Dienst Graubünden. Chur.

Greene, K. 2010. Archaeology: an introduction, London, Routledge.

http://www.staff.ncl.ac.uk/kevin.greene/wintro/chap2.htm#4

http://www.garph.co.uk/IJAREAS/May2013/4.pdf

https://alpinearchaeologie.wordpress.com/2011/02/17/modern-tools-gis-and-total-stations/ http://www.wolkersdorfer.info/publication/bht/torchala_wm25.pdfhttp://ivvgeo.uni- muenster.de/Vorlesung/FE_Script/Bilder/abb4_2_1a.GIF http://www.mygeo.info/skripte/handbuch_polygis/00_vor/001_gis.htm#vektor

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Die alpine Archäologie Heute und in der Zukunft

Dieser Beitrag entstand im Rahmen des e-learning Kurs Alpine Archaeology: tools and technigues, Abt. Ur- und Frühgeschichte, UZH.

Der E-Learning-Kurs „alpine archaeology“ hat mir persönlich viele neue Einblicke in die alpine Archäologie gegeben. Durch die Lektüre der verschiedenen Texte wurde mir klar, dass in der alpinen Archäologie mit speziell auf dieses Fachgebiet zugeschnittenen  Techniken gearbeitet werden muss.

Was mir speziell aufgefallen ist und mich etwas wundert, ist, dass die alpine Archäologie zu einem grossen Teil noch „in den Kinderschuhen“ steckt. In der Vergangenheit wurde dieses archäologische Gebiet doch ziemlich nachlässig behandelt und das hat sich auch erst in jüngster Zeit geändert. Meiner Meinung nach steckt in der alpinen Archäologie noch sehr grosses Potenzial und die archäologische Erforschung dieses Kulturgebietes wird vermutlich noch ein paar Überraschungen für uns auf Lager haben.

Da die Gletscher zurückweichen, werden in den nächsten Jahren vermutlich noch einige archäologische Funde mehr zum Vorschein kommen, was es noch wichtiger macht, jetzt einen grösseren Fokus auf die Alpen zu legen, um sich auf die Zukunft vorzubereiten. Moderne Methoden in der Archäologie können dabei von grossem Wert sein. Tools wie GIS oder Drohnentechnologie könnten viel mühsame Prospektions- und Grabungsarbeit abnehmen und eine effizientere Grabungsplanung ermöglichen. Meiner Meinung nach müsste viel mehr Geld in die alpine Archäologie gesteckt werden, da die Forschung in diesem Gebiet sehr spannend ist  und uns vermutlich noch viele weitere Erkenntnisse über die prähistorische und historische Entwicklung dieser einzigartigen Kulturlandschaft geben kann.

(LR)

LIDAR

Dieser Beitrag entstand im Rahmen des e-learning Kurs Alpine Archaeology: tools and technigues, Abt. Ur- und Frühgeschichte, UZH.

LIDAR ist entweder ein Akronym für „Light Detection And Ranging“ oder „Laser Imaging, Detection and Ranging“. Es wurde in den frühen sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt. Das System kombiniert die fokussierte Abbildungsfähigkeit des Lasers mit der Fähigkeit des Radars, Distanzen zu kalkulieren, indem die Zeit bis zur Rückkehr des ausgesandten Signals gemessen wird. LIDAR ist also eine Fernerkundungstechnologie, die Distanzen misst, indem sie ein Ziel mit einem Laser bestrahlt und das reflektierte Licht analysiert. Das LIDAR kann feste Körper nicht durchdringen und wirft somit ein Bild der Strukturen unter der Erde zurück. In der Archäologie kann die Technologie also zur Planung von Ausgrabungen oder der Kartierung von Strukturen unterhalb der sichtbaren Oberfläche verwendet werden. Man kann damit hochauflösende digitale Höhenmodelle von archäologischen Fundstätten herstellen, die ansonsten unsichtbar wären. Ein Bild, wie diese Strukturen nach Auswertung der Daten aussehen können: http://cdn1.spiegel.de/images/image-380484-galleryV9-kjqn.jpg

Als Beispiel der Anwendung von LIDAR in der alpinen Archäologie habe ich den Fundort Strettweg im Bezirk Murtal ausgewählt. Strettweg liegt in einem weiträumigen Alpenbecken auf 737 M.ü.M. Im Jahre 1851 wurde dort ein Opferwagen (datiert auf ca. 600 v.Chr.) in einem Acker gefunden. Mehr als 160 Jahre später machte es eine Kombination aus modernen geophysikalischen Methoden und LIDAR möglich, in dieser Gegend zahlreiche Hügelgräber und die grösste prähistorische Siedlung im Südostalpenraum ausfindig zu machen. In den Jahren 2011 und 2012 wurden die geophysikalischen Untersuchungen mit Georadar und Magnetik durchgeführt und der Fundort des Opferwagens konnte ausfindig gemacht werden. Die Kombination dieser Daten mit den LIDAR-Daten des Landes Steiermark, machte klar, dass am Falkenberg bei Strettweg die grösste prähistorische Siedlung im Südostalpenraum liegt. Im Jahr 2012 wurden an zweien der Hügelgräber Grabungen durchgeführt. Dabei kamen einige Bronzegegenstände zum Vorschein und die Grabung bestätigte die vorherigen geophysikalische Untersuchungen. Der Vorteil des LIDAR ist ganz klar, dass in diesem Fall bereits vor der Grabung ein dreidimensionaler Blick in den Untergrund geworfen werden konnte. So kann ein effizienteres Arbeiten in der Archäologie möglich werden, da anhand der LIDAR-Daten speziell interessante Gebiete schon vor der Öffnung des Bodens ausgewählt werden können. Dies reduziert den Aufwand und die Kosten einer archäologischen Feldgrabung massgeblich. (Die vollständige Analyse der geophysikalischen und LIDAR-Daten findet sich hier: http://gispoint.de/fileadmin/user_upload/paper_gis_open/537533041.pdf)

LR

7scenes für die Alpen

Dieser Beitrag entstand im Rahmen des e-learning Kurs Alpine Archaeology: tools and technigues, Abt. Ur- und Frühgeschichte, UZH.

7scenes ist eine Website zur eigenen Herstellung einer Android- oder iPhone-App. Das Grundprinzip liegt darin, auf einer Karte verschiedene Interessenspunkte einzuzeichnen und mit Text, Bild und/ oder Ton auszustatten. Es entsteht so eine virtuelle Tour durch ein Gebiet mit diversen genaueren Erklärungen zu einzelnen Stationen.

MöglichkeitenZusätzlich können auch noch kleine Spiele eingefügt werden, die mit dem jeweiligen Interessenspunkt in Zusammenhang stehen. Der Benutzer lernt also auf spielerische Weise Fakten kennen und kann sich auch alles gleich vor Ort anschauen, indem er sich in der Realität zu dem Punkt auf der Karte begibt.

Um mit dem Programm arbeiten zu können, muss man sich registrieren und bezahlen. Als privater Benutzer kann das schon ziemlich teuer sein, aber wenn zum Beispiel eine Uni ein solches Projekt unterstützen würde, sähe das schon etwas anders aus.

Prices

Wie wäre es also mit einer APP, die etwa „A Hitchhiker’s Guide to Alpine Archaeology“ heissen könnte? Man müsste die verschiedenen Fundstellen in den Alpen lokalisieren und auf der APP-Karte einzeichnen. Zu jeder Fundstelle könnte man dann einen kleinen Text schreiben, in welchem geschildert würde worum es sich handelt und wie die Forschungsarbeiten verliefen. Dazu würden noch Fotos und Videos der Ausgrabungen angeheftet und Rekonstruktionszeichnungen dürften natürlich auch nicht fehlen. Da man meistens vor Ort nicht mehr allzu viel Spannendes sieht, ist viel Bildmaterial wichtig, um die Leute auf die archäologischen Hinterlassenschaften zu sensibilisieren. Der archäologisch interessierte Wanderer oder auch der einfache Tourist könnten sich dann diese APP herunterladen und zwischen vorgefertigten Wanderrouten durch die Alpen auswählen, die sie dann automatisch an archäologischen Fundorten vorbeiführen. Wenn das GPS des Smartphones eingeschaltet ist, bekommt der User eine Meldung, sobald er einen interessanten Ort erreicht hat. Über diesen Ort kann er dann lesen und Bildmaterial anschauen, währendem er sich eine Sandwich- Pause auf einem Stein gönnt. Mit einem Quiz über die Transhumanz und die frühe Besiedlung der Alpen kann er auch noch sein Wissen testen und sich gleichzeitig die Landschaft anschauen, in der sich das Ganze abgespielt hat.

Eine ähnliche APP gibt es bereits für die Pfahlbausiedlungen in der Schweiz.

Doch während die Pfahlbauer der Öffentlichkeit mittlerweile doch ziemlich bekannt sind, wissen die wenigstens irgendetwas über die frühere Benutzung der Alpen durch den Menschen. Eine solche moderne Herangehensweise könnte das aber ändern. Das einzige Problem wäre vielleicht der GPS- und Internetempfang in den Alpen. Die APP müsste also auch offline gewisse Informationen geben können und die Karte genau genug sein, dass man die archäologischen Ziele auch ohne GPS-Führung findet. Ansonsten würde sich eine solche APP doch sehr anbieten, wenn man bedenkt, dass man beim Wandern in den Alpen an so manchem interessanten Fundort vorbeikommt, ohne es zu realisieren.

Wie man eine 7scenes- App herstellt wird hier erklärt.

(LS)

Vorstellung der Drohne als „Modern Tool“ in der alpinen Archäologie

Dieser Beitrag entstand im Rahmen des e-learning Kurs Alpine Archaeology: tools and technigues, Abt. Ur- und Frühgeschichte, UZH.

Was ist eine ferngesteuerte Drohne? Wozu dient sie?

Abb. 1: Ferngesteuerte Drohne

Eine ferngesteuerte Drohne dient zur photographischen Dokumentation aus der Luft. Die Drohnen werden mit 4 bis 8 Rotoren angetrieben. Man kann eine Film- oder Fotokamera einbauen und sie sind GPS gesteuert. Die Daten werden entweder direkt auf einen Bildschirm oder eine Videobrille übertragen. Die maximale Höhe, welche die Drohnen erreichen können, beträgt 500 m. Sie liefern Aufnahmen aus der Vogelperspektive, die zu einer qualitativ hochwertigen Dokumentation prähistorischer Denkmäler beitragen.

Fotografiert werden vor allem kleinräumige Befunde, wie z.B. freigelegte Architekturreste. Dazu werden die Aufnahmen in geringen Höhen getätigt. In der alpinen Archäologie eignen sich vor allem  Quadrocopter, also Drohnen, die mit vier motorbetriebenen Rotoren angetrieben werden. Das sind sehr leichte Fluggeräte, mit einem Durchmesser zwischen einem und vier Metern. Die in der Mitte des ferngesteuerten Gerätes eingesetzte handelsübliche Digitalkamera oder Filmkamera wird per Fernbedienung ausgelöst. Auf diese Weise wird die Kamera in die gewünschte Position über dem Befund oder der Ausgrabung navigiert, um senkrechte Luftaufnahmen zu machen, die für die Dokumentation und Präsentation eines archäologischen Sachverhaltes besonders geeignet sind. Die fotogrammetrischen Luftaufnahmen von einer Drohne oder  UAV (Unmanned Aerial Vehicle), wie der Quadrocopter ebenfalls genannt wird, werden  am Computer in einem einheitlichen Koordinatensystem in ein hochpräzises 3D-Modell umgewandelt und zur Visualisierung aufbereitet.

Allgemein können die 3D – Aufnahmen für archäologische Dokumentationen und vor allem auch in der  Vermittlung angewendet werden, wie dies das untenstehende Video sehr schön aufzeigt.

In der alpinen Archäologie wurden bereits in diversen Fällen Drohnen eingesetzt, so z.B. auch im Sommer 2011 im Silvretta – Projekt für einen Dokumentationsflug im Val Tasna, oberhalb von Ardez während der Ausgrabung von einem eisenzeitlichen Pferch. Der Vorteil ist, dass man trotz schwierigem Gelände eine Kamera für Aufnahmen von oben in eine geeignete Position über der Grabung bringen kann.

Abb. 2: Ferngesteuerte Drohne in den Alpen – Rückwege Projekt

Auch im August 2012 wurden an zehn Standorten im Oberhasli mit einem Quadrocopter Übersichtsbilder von Wüstungen aufgenommen. Am Hasliberg wurden z.B. mehrere Befunde im und  um den Tschugginollen sowie die Schweinebalm oberhalb von Hääggen aufgenommen. Neben den bereits oben genannten Vorteilen sind bei einem Drohneneinsatz oft auch die Nachteile zu berücksichtigen. Da das Gerät mit Kamera und Akku nur etwa zwei Kilogramm wiegt, ist es sehr windanfällig. Trotz schwierigen Windverhältnissen während den Aufnahmetagen gelang es dank im Gerät eingebautem GPS und den Fähigkeiten des „Drohnenpiloten“ das Gerät optimal zu manövrieren.

Abb. 3: Drohnenpiloten – Rückwege Projekt

Bibliographie:

T. Reitmaier (Hrsg.), Letzte Jäger erste Hirten. Hochalpine Archäologie in der Silvretta (Chur 2012).

B. Andres und C. Walser, Drohnen in der alpinen Archäologie. Kurzberichte Archäologie Bern (Bern 2013).

(LW)

Modern Tools – GIS and Total Stations

Dieser Beitrag entstand im Rahmen des e-learning Kurs Alpine Archaeology: tools and techniques, Abt. Ur- und Frühgeschichte, UZH

During my studies and practicals in Mediterranean archaeology in Spain I’ve learned a lot about Geo Referencing Systems, GPS and GIS.

In fact, one of my professors in the Autonomic University in Barcelona and also my supervisor during my digs in Port de la Selva, Spain, Carme Ruestes, wrote her Master Thesis about GIS and its application in archaeological projects and as well as a couple of articles in some international archaeology journals. So, I became convinced of the benefits of using Geographical Information System on fieldwork and computer visualising programs as well.

Me in Port the la Selva using a Dumpy Level to take measurements

Me in Port the la Selva using a Dumpy Level to take measurements

Well, let’s make a little description about what is a Geographical Information System or GIS and the advanced tools that we need in their application. GIS is a model of a part of reality referred to a ground coordinate system and built to meet specific information needs. In the strictest sense, is an information system able to integrate, store, edit, analyze, share and display geographically referenced information. In a more generic sense, GIS are tools that allow the investigators to create interactive queries, analyze spatial information, edit data, maps and present the results of their projects.

In port the la Selva with the Team and Prof. Carme Ruestes (Right)

In port the la Selva with the Team and Prof. Carme Ruestes (Right)

The process that an archaeologist follows is this: first, on the emplacement, 3 dimensional measurements, taking the point z or height with a Dumpy level in meter above sea level. That measurements use to be employed to create de section or “cut” or for 3 dimensional reconstructions.

The point y and point x can be taken by “traditional” ways but it is better using a Total station. That little and awesome machine measures the location (coordinates) of points in relation to a pre-determined geographical location. All these coordinates can be sent to a computer or terminal to be worked on.

An example of a Total station.

An example of a Total station.

Next we superimpose the coordinates over a topographic map from our data bases with the help of computer programmes like ArcGIS, ArcMap, and so on. That permits us to compose our project map to create a clear cartography of the place.

On the following links and pictures you could find more information about how it works and also extra information about it applications on archaeology and other fields:

http://intarch.ac.uk/journal/issue23/ruestes_toc.html
http://intarch.ac.uk/journal/issue23/ruestes_index.html
(This is part of the top link. Unfortunately, you need to subscribe to see the rest.)
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1468-0092.2008.00314.x/full
(Here you can download the PDF)
http://www.esri-germany.de/products/arcgis/index.html
(German Web site about the ArcGIS Programmes and Systems)

VH

Modern Tools: Augmented Reality in der alpinen Archäologie

Dieser Beitrag entstand im Rahmen des e-learning Kurs Alpine Archaeology: tools and techniques, Abt. Ur- und Frühgeschichte, UZH.

Eine Schwäche bei der Vermittlung der alpinen Archäologie an ein breiteres Publikum liegt in der Besonderheit ihrer natürlichen Umgebung. Die Bedeutung von Petroglyphen im hintersten Winkel eines Tales oder eines eisenzeitlichen Viehpferchs auf über 2000m Höhe lassen sich ohne die dazugehörende alpine Kulisse kaum erfassen. Und auch die Funde unter einem Abri sind ohne den Felsblock und seine Umgebung, die sich ja schlecht in ein Museum transportieren lassen, für den Besucher einer Ausstellung nur halb so eindrücklich. Für ein öffentliches Publikum ist die Fundstelle selbst vielleicht oft das imposanteste an einer alpinen Grabung. Die Vermittlung der Forschungsergebnisse müsste also idealerweise auch vor Ort in den Alpen geschehen können.

Alpine Archaeology - augmented reality on Smartphones

Alpine Archaeology - augmented reality on Smartphones

Vielleicht könnten Smartphone-Anwendungen durch augmented reality hier Abhilfe schaffen. Der Begriff, neuerdings in aller Munde, bezeichnet die computergestützte Erweiterung unserer Wahrnehmung der Realität. Für Smartphones wie das iPhone sind mittlerweile zahlreiche Anwendungen auf dem Markt, die sich der augmented reality bedienen. Über GPS wird der Standort des Benutzers erfasst und Bewegungsmesser und Kompass erkennen die Neigung und den Blickwinkel des Smartphones. So erscheint auf dem Display nicht nur das Bild der Kamera (also der Realität), sondern es können beliebige Daten, Texte, Bilder und Filme direkt über dem Kamerabild angezeigt werden.

Eine mögliche Anwendung in der Zukunft wäre beispielsweise ein archäologischer Wanderführer zu einem Projekt wie Thomas Reitmaiers „Rückwege“ im Silvrettagebirge. Der interessierte Wanderer lädt sich die entsprechende Applikation auf sein Smartphone und folgt der vorgeschlagenen Wanderroute, auf der die archäologisch relevanten Orte als Wegpunkte markiert sind. Wenn er eine solche Stelle erreicht, bietet ihm der Wanderführer diverse multimediale Informationen dazu an.

Mittlerweile sind bereits einige Programme wie 7scenes oder wikitude verfügbar, mit deren Hilfe man relativ leicht eine derartige Wanderroute erstellen und mit Daten ausstatten könnte. Der Aufwand dafür sollte sich also in Grenzen halten, wenn das Material an Bildern, Texten und ähnlichem schon vorhanden ist.

FT